Kostenfalle Billigprodukte
Tanja | 24 Dezember 2011 | 17:01Zum Ausbau schlüsselfertig kostengünstig angebotener Häuser werden gerne Materialien in einfachster Ausführung verwendet, beispielsweise für Wandoberflächen und Bodenbeläge oder bei Einbauten wie Sanitärgegenständen oder Treppengeländern.
Die verwendeten Materialien lassen die genannten Häuser oft bereits nach wenigen Jahren „verbraucht“ erscheinen. Beispielsweise werden Fliesen- und Laminatbodenbeläge mit unterschiedlichen Abriebfestigkeiten der Oberflächen angeboten. Die gewählten Oberflächenabriebfestigkeiten sollten auf die jeweilige Beanspruchung und Nutzungsintensität abgestimmt werden. Werden nun zu einfache Materialien mit zu geringer Abriebfestigkeit verwendet, verkratzen sie in der Regel rasch. Sanitärgegenstände aus einfachen Kunststoffen verspröden und weisen Risse auf.
Pflegliches Bewohnerverhalten vorausgesetzt, stellen langlebigere und in der Anschaffung kostenintensivere Materialien meist die auf Dauer gesehen kostengünstigere Alternative dar. Zudem steigern sie durch höhere optische und haptische Ästhetik den Wohnwert sowie gegebenenfalls den Wiederverkaufswert. Insbesondere bei Bauteilen, deren Austausch mit höherem Aufwand verbunden ist – beispielsweise Fliesenbeläge -, verursachen Materialien geringer Qualität unter Umständen erhebliche Folgekosten.
Werden möglichst hohe Kosteneinsparungen angestrebt, müssen zwar einerseits die Erstinvestitionen soweit möglich reduziert werden. Andererseits sind hiermit unter Umständen höhere Folgekosten in Form frühzeitig anfallender Wartungsarbeiten oder früheren Austauschs von Bauteilen und Materialien verbunden. Einsparungen bei den Baukosten rechnen sich also nur dann, wenn sie inklusive der geringeren Zinsbelastung deutlich unterhalb der im Verlauf der Gebäudestandzeit anfallenden Mehrkosten liegen.
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