Vollholzbalken oder Brettschichthölzer?
Tanja | 9 September 2008 | 12:47Sollen große Spannweiten mit Holzbauteilen überbrückt werden, kommen meist Brettschichthölzer zum Einsatz. Diese bestehen aus mehreren schmalen Brettern, die zu Balken miteinander verleimt werden. Vorteile gegenüber Vollhölzern sind die größere Tragfähigkeit durch eine schubfeste Verbindung einzelner Bohlen sowie eine deutlich geringere austrocknungsbedingte Verformung im eingebauten Zustand. Bei kostengünstigen Häusern wird dennoch gerne Vollholz anstatt Brettschichtholz verwendet. Große Spannweiten erfordern entsprechende Konstruktionshöhen, so dass austrocknungsbedingt starke Verformungen auftreten. Einige Jahre nach Fertigstellung weisen die Hölzer in der Regel teilweise starke Verdrehungen sowie Schwindrisse auf.
Bei diesen handelt es sich allerdings meist nur um hinzunehmende optische Unregelmäßigkeiten. In einer Vereinbarung über Konstruktionsvollholz im sichtbaren Bereich werden Holzquerschnitte mit Rissbreiten unter 1 mm als rissefrei bezeichnet. Unter statischen Gesichtpunkten sind Risse bis zu bestimmten Breiten unbedenklich, auch wenn sie gut sichtbar sind und von Hauseigentümern als gravierende Mängel angesehen werden.
Werden Holzbalken durch die Außenwand hindurchgeführt, beispielsweise bei Dachüberständen, kann es durch Verdrehungen und breite Schwindrisse zu Luftundichtheiten kommen, zumal hier ein luftdichter Anschluss ohnehin besondere Sorgfalt bei der Ausführung erfordert. Um Risse weitgehend zu vermeiden, sollte für tragende Holzbauteile größerer Bauhöhe besser Brettschichtholz verwendet werden, da hier strengere Anforderungen hinsichtlich der Rissbreiten und -tiefen gelten. Die Mehrkosten hierfür sind als geringfügig zu bezeichnen.
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