Blutläuse
Tanja | 23 Januar 2012 | 16:58Blutläuse befallen hauptsächlich junge Triebe von Apfelbäumen, aber auch älteres Holz und ungepflegte Schnittwunden. Besonders anfällig sind die Sorten Cox Orange, Goldparmäne, James Grieve, Landsberger Renette und Ontario. Warme, feuchte und windstille Standorte begünstigen den Befall.
Ein Befall äußert sich durch einen weißen, flockigen Wachsbelag. Darunter sitzen die Läuse, die beim Zerdrücken einen rotbraunen Saft abgeben. Blutläuse entziehen den Bäumen den Pflanzensaft. Die Speichelsekrete, die sie dabei abgeben, verursachen knotenartige Wucherungen, die als Blutlauskrebs bekannt sind. Diese Gewebewucherungen durchwachsen die Leitbahnen des Holzes, dadurch kann das Wasser nur noch mangelhaft transportiert werden, und die Triebe vertrocknen. Sehr starker Befall verursacht bei ungepflegten Bäumen allmähliches Absterben ganzer Kronenteile.
Blutläuse überdauern milde Winter in Kolonien am Stamm. Harte Winter lässt sie im Spätjahr zum Stammgrund abwandern. Ab Mai können, je nach Witterung, acht bis zehn Generationen während einer Wachstumsperiode entstehen. Der Wachsüberzug schützt die Läuse, daher wirken milde Mittel oft nur unzureichend. Als Bekämpfungsmaßnahme empfiehlt sich eine Austriebsspritzung mit entsprechenden, im Fachhandel erhältlichen Mitteln. Hilfreich ist es natürlich auch, die anfälligen Sorten erst gar nicht zu pflanzen.
Mitunter wird die Anpflanzung von Kapuzinerkresse am Stammgrund empfohlen.
Bei Versuchen konnte jedoch keine wesentliche Einwirkung auf den Blutlausbefall festgestellt werden. Bei Jungbäumen traten sogar geringe Wachstumshemmungen auf.
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