Schnittverletzungen bei Bäumen
Tanja | 26 Januar 2012 | 04:59Äste sollen, wenn nötig, so früh wie möglich geschnitten werden. Je kleiner die Astwunde, desto besser. Der Astkragen darf dabei nicht verletzt werden. Als Faustregel gilt: lieber etwas zu viel als zu wenig stehen lassen. Um die Wunde klein zu halten, wird rechtwinklig zum Astverlauf geschnitten. Ein sauberer, glatter Schnitt sollte selbstverständlich sein.Â
Jede Verletzung und damit auch jeder gärtnerische Schnitt an einem Gehölz zerstört den der Pflanze eigenen Schutzmechanismus. Dann versucht der Baum oder Strauch, Gerbstoffe dorthin zu transportieren. Das einzige Transportmittel hierfür ist Wasser. Es werden also im Wasser gelöste Gerbstoffe zur Verletzungsstelle gebracht. Das Wasser verdunstet und damit nimmt die Gerbstoff-Konzentration mit der Schadorganismen abwehrenden Wirkung zu.
Wird die Verdunstung des Wassers durch Wundverschlussmittel reduziert oder gar unterbunden, funktioniert die baumeigene Schutzfunktion nicht mehr oder nur eingeschränkt. An Rosskastanien, eine Baumart mit einem eher schwachen Abwehrmechanismus, bilden sich hinter dem Wundverschlussmittel blasenartige Ausstülpungen. Sticht man sie an, tritt das durch die enthaltenen Gerbstoffe braun gefärbtes Wasser aus.
Das Auftragen von Wundverschlussmitteln nach Verletzungen, wie durch den schon genannten Baumschnitt hat sich nicht bewährt. Allenfalls ist ein ringförmiges Belegen der Wachstumsschicht, Kambium genannt, erlaubt.Â
Eine ganz andere Aufgabe übernehmen die Veredlungswachse bei Veredlungen. Dort ist die Anwendung sinnvoll.
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