Sick-Building-Syndrom

Der Verdacht auf Schadstoffe im Haus oder am Arbeitsplatz ist dann berechtigt, wenn Beschwerden oftmals diffuser Art wie Atemnot, Kopfweh, Druck auf die Brust, Konzentrationsschwäche oder dauernde Ermüdungserscheinungen bei längerem Aufenthalt in einem bestimmten Raum auftreten beziehungsweise die Beschwerden bei längerer Abwesenheit, wie zum Beispiel Urlaub, vollständig verschwinden. Bei der so genannten Umweltanamnese entnimmt der Fachmann Materialproben und führt eine Raumluftmessung durch. Diese Untersuchung ist bestimmend für die Wahl der weiteren Messungen. Immerhin existieren laut neuesten Erkenntnissen bis zu 8000 verschiedene chemische Verbindungen, Schwermetalle, Stäube, Gerüche, Schimmelpilze und Bakterien in der Luft von Innenräumen. Die Messung selbst muss durch ein qualifiziertes Untersuchungsinstitut durchgeführt werden. Möglich sind Material- und Luftmessungen. Der Umweltmediziner untersucht dann aufgrund dieser Werte den Betroffenen, führt Urin- und Blutprüfungen durch. Häufige Diagnose: Sick-Building-Syndrom.
Bei der Wahl des Untersuchungsinstituts gilt es einzubeziehen, ob die Ergebnisse in einem Zivilprozess verwendet werden sollen oder nur aus privatem Interesse angefertigt werden. Zu beachten ist außerdem, ob der Bewertungsbericht für Laien verständlich formuliert und für Entscheidungen bei Baumaßnahmen praktisch eingesetzt werden kann. Die Interpretation und Auswertung der Messergebnisse sollte zusammen mit dem Untersuchungsinstitut, einem spezialisierten Arzt und einem Architekten, der in der Sanierung schadstoffbelasteter Häuser erfahren ist, durchgeführt werden.

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